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Erfahrungsbericht zum Gastaufenthalt in Dublin
Irland präsentierte sich mir von seiner besten Seite. Kaum am Flughafen angekommen und aus dem Flugzeug ausgestiegen atmete ich zum ersten Mal in meinem Leben irische Luft ein: erfrischend, kühl, rein.
Die letzten Tage vor Schulanfang habe ich mit der Besichtigung von Dublins Innenstadt verbracht. Ein Muss war das „Guinnes Storehouse", eine alte Brauerei, die zu einem Museum umfunktioniert wurde.
Apropos, das Guinness Buch der Rekorde war die Erfindung des früheren Brauereidirektors. Dieser ging, nachdem er auf Jagd war und knapp einen Vogel am Himmel verfehlt hatte, zu seinem Stammlokal. Am Tisch entwickelte sich eine Diskussion, welcher Vogel denn am schnellsten fliegen könne. Während seine Freunde diskutierten, dachte er sich, wie viele ähnliche Diskussionen überall stattfinden würden. So kam ihm die Idee, dass diese Probleme gelöst werden könnten, wenn man ein Buch zur Hand hätte, worin stände, welches Tier das schwerste, schnellste, größte usw. sei. Heutzutage ist die Brauerei die meist besuchte Touristenattraktion Dublins.
Auch interessant ist die alte Bibliothek in "Trinity College", die über 1000 Jahre alte Bücher aufbewahrt, darunter das bekannte "Book of Kells".
Ingesamt fühle ich mich hier sehr wohl. Die Familie, bei der ich wohne, besteht aus folgenden Personen: John, Familienvater, immer zu einem Scherz bereit, Margret, freundlich und fürsorglich, ihr 16 Jahre alter Sohn Daniel mit seinem gelassen-lässigem Lächeln und zuletzt die beiden Hunde: Lola und Trixi, klein, aber oho.
Ich bin aber nicht der einzige Gastschüler: meine Zimmernachbarn sind Alvaro, ein Spanier und begeisterter Playstation3-Spieler, Charles, Franzose und Nachwuchsfußballer. Dazu gesellt sich noch Edoardo aus Rom und eine irische Studentin mit einem starken Akzent. Insgesamt wohnen acht Menschen unter einem Dach; durch eingeladene Freunde erhöht sich die Zahl noch weiter.
Die "St. Kilian's German School" ist von meiner Wohnung aus nur 15 Minuten zu Fuß entfernt. Der Stundenplan sieht von Montag bis Donnerstag zehn Stunden Schule vor. Nur am Freitag ist schon um 13.00 Uhr Schluss. Dafür gibt es am Samstag dann keine Schule. Angenehm ist die Disziplin während des Unterrichts und die sympatischen Lehrer und Klassenkameraden.
Die Anzahl der Fächer beträgt sieben bis acht, jedes Fach wird fünf Stunden in der Woche unterrichtet. Zu den vier Pflichtfächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Irisch wählt man noch vier andere dazu. Angeboten werden neben den klassischen Fächern wie Geographie, Geschichte, Kunst, Biologie, Chemie und Französisch auch "Accounting" und "Business", in denen man Buchhaltung und Wirtschaft erlernt.
Die 10. Klasse ist für irische Schüler etwas Besonderes. Es handelt sich um das sogenannte "Transition Year". In diesem Schuljahr hat man keinen normalen Unterricht, sondern man unternimmt Klassenfahrten, man lernt Autofahren und man arbeitet, zum Beispiel im Kindergarten oder in der Post.
Das Abitur, genannt "Leaving Certificate" legen die Iren schon nach zwölf Jahren ab. Es ist jedoch nicht die einzige Prüfung. Schon nach der 9. Klasse werden sie im "Junior Certificate" geprüft.
Ich habe keine Probleme, mich mit den Iren hier zu verständigen. außer, dass sie eine etwas andere Aussprache für bestimmte Wörter haben, wie "Home", das sich wie "Hom" anhört.
In Irland sind sehr beliebte Sportarten neben Fußball auch Pferde- und Hunderennen, "Gaelic Football", eine Mischung aus Handball und Fußball und ein mit Tennisschlägern und -Bällen praktizierter Sport auf dem Fußballfeld. Fußball ist trotzdem sehr beliebt; vor allem nach dem Sieg gegen Georgien und dem Unentschieden gegen Montenegro hoffen die Iren auf eine Weltmeisterschafts-Qualifikation. Inzwischen ist Nationaltrainer Trapattoni zum Nationalhelden avanciert...
Die Iren sind die reinsten Wettkönige: Es vergeht kaum ein Tag, an dem Familienvater John nicht auf Pferde oder auf Torschützen setzt.
Das Verkehrschaos hier in Dublin ist dem in Mailand sehr ähnlich. Trotz der vielen Busverbindungen benutzen die meisten Leute weiterhin ihr Auto. Das Problem ist, dass die Busse genauso im Stau stehen wie alle anderen Fahrzeuge. Einziger Hoffnungsschimmer sind die beiden "Luas"-Linien. Es handelt sie hierum um eine Mischung aus Schnell- und Straßenbahn.
Das einzige Unangenehme hier ist das Wetter: Jeden zweiten Tag regnet es. Manchmal ist das Wetter richtig hinterhältig. Es kann in einem Moment die Sonne scheinen und kurz danach die Sintflut kommen. Trotzdem genieße ich hier meinen Aufenthalt und die Erfahrungen, weswegen ich jedem sofort empfehlen würde, für einige Zeit an eine andere Schule zu gehen.
Julius Ackermann, 11b
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